[Zitat #57] Luana

"Ist diese Jahreszeit nicht traurig?", fragte sie, blickte erst mich kurz an und dann wieder zum Himmel hinauf.
"Findest du?"
"Ja, alles daran. Die Musik, die Weihnachtslieder..." Sie lallte ein wenig, versuchte aber, es zu kaschieren. "Jedes Weihnachtslied erinnert mich daran, dass ich nicht mehr acht Jahre alt bin und es nie wieder sein werde. Ein weiteres Jahr endet, die Zeit vergeht, und wir werden alt."
"Noch sind wir nicht alt."
"Aber wir werden es sein."
Esther & André
Luiza Sauma, “Luana” (S. 56)

[Buch] Sarah Crossan - Eins




 Titel: Eins
 Reihe: -
 Autor: Sarah Crossan
 Genre: Jugendroman
 Verlag: Mixtvision
 Seitenzahl: 417 Seiten
 Preis: 16,90€







Tippi und Grace sind Schwestern. Zwillingsschwestern, um genau zu sein. Über Zwillinge sagt man häufig, dass sie unzertrennlich seien und das trifft auch für Tippi und Grace zu - allerdings in einem ganz anderen Maß, denn die beiden sind an der Hüfte zusammengewachsen. Ihr ganzes Leben lang wurden sie deswegen angestarrt wie eine Kuriosität, dabei sind sie eigentlich zwei  ganz normale Mädchen. Warum lasst ihr euch nicht trennen? Diese Frage hören sie ständig. Aber Tippi und Grace wollen sich nicht voneinander trennen, selbst wenn es medizinisch machbar wäre. Sie sind beide Teil eines Ganzen und wären ohne die andere nicht vollständig. Doch dann werden sie plötzlich vor eine unvermeidbare Entscheidung gestellt, die Leben oder Tod bedeuten kann.

Das war mit Abstand eines der ungewöhnlichsten Bücher, die ich je gelesen habe. Es fängt damit an, dass Sarah Crossan sich ein Thema ausgesucht hat, das ich so selber in Romanform noch nie auf dem Schirm hatte: siamesische Zwillinge. Anstatt von "außen" zu erzählen, wählt die Autorin die Perspektive von Grace und gibt so Einblick in die Gefühle und Gedanken eines Mädchens, das sich seinen Körper mit seiner Schwester und besten Freundin teilt und nie wirklich als eigenständige Persönlichkeit wahrgenommen wird, es aber in jedem Winkelzug ihres Wesens ist. Für Grace steht es schon immer außer Frage sich von Tippi trennen zu lassen. Trotzdem fragt sie sich manchmal all das, was sich eine Sechzehnjährige eben so fragt: wie soll sie je einen Jungen kennen lernen, der sie liebt? Der nicht bloß neugierig darauf ist, wie Tippi und sie anatomisch unten herum aussehen oder der sich davon abschrecken lässt? Sie hat über ein männliches Paar siamesischer Zwillinge im 19. Jahrhundert gelesen, die beide mit unterschiedlichen Frauen verheiratet waren und Kinder mit ihnen hatten. Da ihre Frauen sich nicht miteinander verstanden lebten sie im wöchentlichen Wechsel mit der einen, dann mit der anderen zusammen. Wie wäre es Sex mit einem Jungen zu haben, wenn Tippi immer mit dabei ist? Ganz alltägliche Dinge, die ein junges Mädchen macht oder die es beschäftigen, muss man plötzlich in einem ganz anderen Blickwinkel betrachten, denn was für uns selbstverständlich ist, ist für die Schwestern manchmal gar nicht so leicht.
Zu einem ungewöhnlichen Thema gesellt sich dann auch noch eine ungewöhnliche Romanform: die komplette Geschichte von Tippi und Grace ist in Versform geschrieben. Keine Angst, Versform bedeutet in diesem Fall nicht, dass alles zwanghaft gereimt ist. Aber wenn man das Buch ein erstes Mal nur flüchtig durchblättert, könnte man meinen man hat einen Gedichtband in der Hand. Diese Form des Erzählens verleiht vielen kleinen Aspekten der Geschichte ganz besondere Bedeutung, macht sie im Grunde noch intensiver und entgegen erster Befürchtungen lässt es sich sehr flüssig lesen und packt einen trotzdem. Grace und Tippi müssen an eine öffentliche Schule, weil ihrer Familie die Gelder von Förderern und Spendern ausgehen. Grace verliebt sich. Und dann stehen sie plötzlich doch vor der Entscheidung, ob sie sich trennen lassen oder nicht. Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen.

Sarah Crossan ist eine ganz außergewöhnliche Geschichte gelungen, die einen auf der einen Seite ganz bescheiden und dankbar, aber auch traurig macht - und sie macht Mut und weckt Bewunderung. Da bleibt mir überhaupt nichts anderes übrig, als die Bestnote zu geben: 5 Blümchen für Grace und Tippi!


Aussehen: ♥♥♥♥♥
 Spannung: ♥♥♥♥
 Schlüssigkeit: ♥♥♥♥♥
 Emotionale Tiefe: ♥♥♥♥♥
 Schreibstil: ♥♥♥♥♥


[Gemeinsam Lesen #97] Nicola Yoon - Everything, Everything

 veranstaltet von: Schlunzenbücher

Einen sonnigen und wunderschönenen Morgen wünsche ich euch :)
 
Gestern habe ich es aufgrund von sehr penetranten Kopfschmerzen leider nicht mehr geschafft euch zu zeigen was ich im Augenblick lese. Passend zum Thema der Challenge, an der Ivy und ich teilnehmen, habe auch ich mir eine Liebesgeschichte ausgesucht. Auch mein Buch ist zur Abwechslung mal auf Englisch:

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

"Everything, Everything" von Nicola Yoon
Seite 118 auf dem E-Bokk-Reader

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
"Maybe he could come over for a visit?" 

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, Zitat, was immer du willst!)
Maeleine hat eine äußerst seltene Krankheit. Niemand weiß genau gegen was sie alles allergisch ist, doch am einfachsten lässt es sich wohl beschreiben, indem man sagt, dass sie gegen die Welt allergisch ist. Deshalb hat sie in dehn 18 Jahren, die sie lebt, noch nie ihr Haus verlassen und ihre Mutter nimmt viel auf sich, damit ihrer Tochter nichts passiert. Als im Nachbarhaus eine neue Familie einzieht mit einem Sohn in Maddies Alter, beginnt sie das Leben dieser Menschen zu beobachten und mit Olly zu schreiben. Schnell verstehen sie sich immer besser, doch sie weiß genau, dass Olly nie wirklich mit ihr zusammen sein kann.

Ich habe mir dieses Buch schon vor einer ganzen Weile auf Englisch gekauft, weil ich es unbedingt lesen wollte und mal wieder mehr für mein Englisch tun wollte. Irgendwie lag es dann lange auf meinem Reader, aber aus gegebenem Anlass habe ich es nun endlich ausgegraben. Der Film kommt nächsten Monat ins Kino und ich wollte das Buch auf jeden Fall lesen ehe ich den Film sehen werde. Bis jetzt gefallen mir vor allem die kurzen Kapitel und die Mischung aus Erzählung und dem Abdrucken von Chatnachrichten der Beiden Protagonisten.

4. Wie wäre dein Leben, wenn du dein aktueller Protagonist wärest?
Oha. Da habe ich mir ja ein passendes Buch für diese Frage ausgesucht o.o
Zuerst lockt natürlich die Verlockung so viel Zeit zu haben, aber auch Maddie muss lernen und bekommt ihren Unterricht über das Internet. Also hat sie tatsächlich auch ein Pflichtprogramm an ihren Tagen zu erledigen. Auf den ersten Blick erscheint so ein Abschotten von der Welt manchmal wirklich verlockend, wenn einem alles zu schnell geht und zu viel wird, aber ich würde wirklich nicht tauschen wollen. Wenn ich mir vorstelle, dass ich mein Zuhause niemals verlassen könnte oder meine Katze nicht haben könnte, weil auch sie mich krank machen würde... Nein das kann ich mir gar nicht vorstellen. Da bleibe ich lieber genau da wo ich jetzt bin :)

Was haben eure Protagonisten zu bieten? Würdet ihr tatsächlich lieber ihr Leben leben?

Einen wundervoll sonnigen Mittwoch,








[Buch] Anne Freytag - Den Mund voll ungesagter Dinge




 Titel: Den Mund voll ungesagter Dinge
 Reihe: -
 Autor: Anne Freytag
 Genre: Roman
 Verlag: Heyne fliegt
 Seitenzahl: 400 Seiten
 Preis: 14,99€







„Weißt du, wenn man eine Lüge oft genug wiederholt, glaubt man sie irgendwann.“

Wenn Sophie es sich aussuchen könnte, wäre ihr Leben simpel. Aber das ist es nicht. Und das war es auch nie. Das fängt damit an, dass ihre Mutter sie direkt nach der Geburt im Stich gelassen hat. Und endet damit, dass Sophies Vater plötzlich beschließt, mit seiner Tochter zu seiner Freundin nach München zu ziehen. Alle sind glücklich. Bis auf Sophie.
Was hat es bloß mit dieser verdammten Liebe auf sich? Sophie selbst war noch nie verliebt. Klar gab es Jungs, einsam ist sie trotzdem. Bis sie in der neuen Stadt auf Alex trifft. Das Nachbarsmädchen mit der kleinen Lücke zwischen den Zähnen, den grünen Augen und dem ansteckenden Lachen. Zum ersten Mal lässt sich Sophie voll und ganz auf einen anderen Menschen ein. Und plötzlich ist das Leben neu und aufregend. Bis ein Kuss alles verändert.


Schon in das erste Buch von Anne Freytag war ich verliebt und ich finde sie hat sich mit ihrem zweiten Roman noch übertroffen, auch wenn die Geschichte um Sophie ein vollkommen anderes Thema verfolgt und einen ganz anderen Ton hat, als es noch in „Mein bester letzter Sommer“ der Fall war. Die Protagonistin in diesem Roman hat keine tödliche Krankheit und es geht auch nicht um Tod, dennoch geht es irgendwie um Verlust und Trauer, aber auf eine andere Art und Weise.
Sophie ist ohne ihre Mutter aufgewachsen und auch, wenn es immer wieder thematisiert wird, dass sie sich ihre Mutter an ihrer Seite vorstellt, so ist sie doch zufrieden mit dem Leben, das sie bisher gelebt hat. Doch genau dieses Leben hat nun ein Ende. Ihr Vater verschleppt sie aus dem schönen Hamburg in den Süden Deutschlands. Sophie stört es dabei weniger, dass sie ihre Freunde zurücklassen muss, denn außer ihrem besten Freund, der in Paris lebt, hat Sophie wenige Menschen, die sie wirklich vermissen würde. Viel schlimmer ist dieses Gefühl, dass das Duo aus ihr und ihrem Vater plötzlich nicht mehr genug ist. Es wäre alles perfekt, wenn es sie nicht geben würde. Das redet sie sich zumindest ein, denn wieso sonst sollte ihr Vater plötzlich eine neue Frau brauchen und wieso sind alle total begeistert von den Veränderungen, nur Sophie eben nicht?
Die Autorin zeichnet die Gefühle der Protagonistin sehr real nach und auch, wenn man als Leser nicht schon in einer solchen Situation war, kann man sich sehr gut in Sophie hineinversetzen. Sie möchte nur allein sein und sich verkriechen, weshalb ihr auch die kleine Kammer auf dem Dachboden viel besser gefällt, als das große Schlafzimmer, das eigentlich für sie im neuen Zuhause bestimmt ist. Ihre beiden Brüder benehmen sich so zuckersüß, dass ich als Leserin sie gleich feste drücken wollte, vor allem weil sie sich von Sophies schlechter Laune auch so gar nicht beeindrucken lassen.
Jeder Charakter in diesem Buch ist voller Leben und eigenen Gedanken und auch wenn man als Leser alles aus Sophies Sicht miterlebt, so bekommt man doch einiges von den anderen Figuren mit. Wenn Sophie schließlich Alex kennenlernt, dann möchte man sich mit ihr auch einfach anfreunden. Sie verbreitet so viel Freude und Sonnenschein und genau deshalb finde ich es großartig wie Anne Freytag auch ihr durch die Geheimnisse und all die Gedanken, die sie nur nach und nach Preis gibt eine ganz besondere Tiefe verliehen hat. Die Liebesgeschichte in diesem Buch ist keine typische und sie kommt ganz ohne kitschige Liebesbekundungen und rosa rote Wolken aus. Die Geschichte entwickelt sich nur langsam, aber das macht nichts, weil sie trotzdem keine Sekunde langweilig ist. Als Leser muss man einfach wissen was in Sophies Leben als nächstes passiert und ich konnte gar nicht aufhören zu lesen. Der Schreibstil war so authentisch und hat absolut den Ton getroffen. Zu keinem Zeitpunkt wirkten die Gespräche zwischen den Figuren aufgesetzt oder konstruiert und die Geschichte steuerte immer mehr auf einen Höhepunkt hin, der beides sein konnte, sowohl Happy End, als auch trauriger Ausgang der ungewöhnlichen Liebe.
Ich hätte mir gewünscht, dass am Ende kein so großer Sprung gemacht wird, doch das ist wirklich alles, was ich bei diesem Roman zu meckern habe. Die Geschichte hat auch so zu einem schönen Ende gefunden, bis zu dem ich viel mit Sophie gelacht, aber auch geweint habe und tatsächlich erscheint mir das Handeln der beiden Mädchen auch sehr realistisch, nach allem was passiert ist. Vielleicht ist man als Leser einfach zu verwöhnt von all diesen schönen, rosigen Enden und der Prinzessin, die ihrem Traumprinzen in die Arme fällt.
Ich habe viele unterschiedliche Meinungen zu diesem Buch gelesen, kann allerdings dieses moralische Gehabe nicht verstehen. Wenn man Sophie durch das ganze Buch verfolgt, dann wird man schnell merken, dass sie ihr eigenes Verhalten nicht immer gut findet, aber einfach keine Möglichkeit sieht sich zu ändern. Wer noch nie Charakterzüge hatte, die ihn selbst stören, sie aber nicht ablegen konnte, der möge bitte den ersten Stein werfen. Ich muss zumindest sagen, dass ich mich in der Protagonistin wiederfinden konnte. Vielleicht ist es bei mir nicht das Thema Sex, um das es geht, aber ich habe andere Eigenschaften, die mich selbst total runterziehen und die ich dennoch nicht geändert kriege. Auch finde ich nicht, dass jedes Buch gleichzeitig eine moralische Verantwortung hat. Es geht hier nicht um rechte Parolen oder rassistische Einstellungen, die verherrlicht werden, sondern um das Verhalten eines siebzehnjährigen Mädchens, das nicht weiß wo sie im Leben hin will. Nicht zu begreifen, wieso Sophie nicht umziehen will, kann einem auch nur dann passieren, wenn man selbst nie in Siphies Situation war. Es geht ihr um viel mehr als den Umzug. Plötzlich ist sie nicht mehr der Mittelpunkt im Leben ihres Vaters und das macht diese Veränderung und die Umsiedlung nach München so schrecklich. Dieses Buch ist ab 14 Jahren empfohlen und in einer Zeit, in der Kinder schon in der Grundschule ein Smartphone haben und sich die geballte Macht der sozialen Netzwerke über sie ergießt, glaube ich nicht, dass dieses Buch Leserinnen in falsche Richtungen lenken wird. Ich persönlich habe die Geschichte als sehr real und gut gezeichnet empfunden und hatte nie das Gefühl, dass etwas falsch ankommen könnte. Es ist ein Buch und als solches Teil der Unterhaltung und diese Aufgabe hat Anne Freytag für mich großartig erfüllt.

Insgesamt schreibt Anne Freytag einfach eine Geschichte, wie sie das Leben nicht realistischer schreiben könnte. Voller Leben, Gefühl, Liebe und Schmerz. Ihre Geschichte ist wie eine Achterbahnfahrt und lässt den Leser vollkommen verändert zurück. Für mich ein sehr berührendes Buch zu einem Thema, das in unserer Gesellschaft noch immer seltsam Tabu wirkt und über das niemand wirklich offen zu sprechen scheint. Großartig und mitreißend, rundum herzerweichend erzählt! Keine Freundschaft wird einem je wieder selbstverständlich vorkommen und man denkt darüber nach wie man anderen Menschen begegnet. Ganz klar ein Must-Read und verdiente fünf Blümchen von mir.

Aussehen: ♥♥♥♥♥
 Spannung: ♥♥♥♥
 Schlüssigkeit: ♥♥♥♥♥
 Emotionale Tiefe: ♥♥♥♥♥
 Schreibstil: ♥♥♥♥♥


[Gemeinsam Lesen #96] Alex & Eliza

 veranstaltet von: Schlunzenbücher

Guten Morgen ihr Lieben :)

Der Mai steht in der Motto-Challenge für Frühlingsgefühle und Liebe - ein Genre, mit dem ich normalerweise gar nicht so viel anfangen kann. Aber nach meinem akuten Hamilton-Flash (ihr erinnert euch vielleicht, das Musical), der im Grunde immer noch anhält, kam Mitte April pünktlichst ein passendes Buch heraus und das möchte ich jetzt mit euch teilen:

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?


"Alex & Eliza - A Love Story" von Melissa de la Cruz
Seite 100

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
"Indeed it's not 'just a handkerschief'." 

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, Zitat, was immer du willst!)
Das Buch dreht sich um die Liebesgeschichte von Gründervater Alexander Hamilton und seiner Frau Elizabeth Schuyler. Die Autorin erzählt, wie es zu dem Buch gekommen ist: sie hat das Hamilton Musical mit ihrer zehnjährigen Tochter am Broadway gesehen und ihre Tochter war völlig hingerissen von dieser Liebesgeschichte, die neben den revolutionären und politischen Themen durchscheint. "Das Musical sollte "Eliza" heißen!" hat die Kleine verkündet und ihre Mutter gezwungen, mehr und mehr zu den tatsächlichen, historischen Figuren zu recherchieren. Da war der Weg zum Roman nicht mehr weit.

Bis jetzt hassen die beiden sich. Oder sagen wir lieber Eliza hasst Alex, weil dieser vor zwei Jahren der Überbringer schlechter Nachrichten war, nämlich dass ihr Vater vor ein Militärgericht gestellt werden sollte. Zu allem Überfluss hat Alex dann auch noch die Anklage vertreten! Und trotzdem ist da etwas an diesem jungen Colonel Hamilton, das sie nicht loslässt.
Ich bin noch nicht ganz ein Drittel durch, aber schon sehr gespannt wie all die restlichen gemeinsamen Jahre, der Krieg, die politischen Jahre als Treasury Secretary und ihre zahlreichen Kinder noch Platz auf den restlichen Seiten finden sollen oder ob Melissa de la Cruz sich bloß auf die Geschichte beschränkt, wie sie zueinander gefunden haben <3

4. Ist es dir wichtig auch andere Menschen (z.B. deine eigenen Kinder, Freunde, Kollegen, Familie, etc.) fürs Lesen zu begeistern?
Das ist mir tatsächlich sehr wichtig :) Ich erzähle immer gerne die Geschichte von meiner Schwester, die während ihrer Schulzeit neben den Schullektüren im besten Fall mal ihre E-Mails gelesen hat. Sie hat dann mit "Twilight" angefangen, was meiner Meinung nach zwar nicht die beste Wahl war, aber ich dachte mir: hey, ein Anfang! Es folgten ganz viele weitere Vampirromane und obwohl es nicht mein Genre und nicht mein Thema ist hat es mir total viel Spaß gemacht ihr zuzuhören, wenn sie von ihren Büchern erzählt hat. Oder Stories darüber, wie sie eigentlich gar keine Bücher kaufen wollte, aber plötzlich mit einer Tüte aus der Buchhandlung raus gegangen ist.

Dagegen sehe ich aber auch ein, wenn ich mal wirklich gegen eine Wand laufe. So zum Beispiel bei einer Freundin mit der ich seit Jahren in einem Rollenspiel kilometerlange Geschichten schreibe - aber sie ist einfach nicht zum Lesen zu bewegen, egal wie viele Bücher (aus denen ich oft auch Ideen für unser Rollenspiel ziehe und die deshalb sogar Bezug zu unserem größten Hobby haben) ich ihr schenke. Das hab ich abgehakt.

Davon ab arbeite ich in einer Bücherei. Wir machen viel in Sachen Leseförderung und fangen damit schon in der KiTa an :) also ja, es ist mir wichtig und ich hab Spaß daran, andere Leute für Bücher zu begeistern.

Habt einen schönen Dienstag ihr Lieben!







[Buch] Kate Mosse - Der Kreis der Rabenvögel




 Titel: Der Kreis der Rabenvögel
 Reihe: -
 Autor: Kate Mosse
 Genre: Historischer Thriller
 Verlag: Droemer
 Seitenzahl: 397 Seiten
 Preis: 19,99€








England, Anfang des 20. Jahrhunderts: Constantia Gifford ist die Tochter eines einstmals berühmten Tierpräparators. Doch der Ruhm ihres Vaters ist lange vergangen. Der Geschmack der Gesellschaft verändert sich, nur noch wenige Leute stellen sich ausgestopfte Tiere in den Salon. Sein Museum ist bankrott gegangen, weshalb er sich mit Connie nach ihrem Unfall, der die ersten 12 Jahre ihres Lebens völlig aus ihrem Gedächtnis getilgt hat, schließlich aufs Land zurückgezogen hat. Sein einziger Trost ist der Alkohol, während seine Tochter die wenigen Aufträge in seinem Namen erledigt, die sie noch an Land ziehen können. Plötzlich wird die Leiche einer jungen Frau angespült. Zunächst hegt Connie nur die Befürchtung, dass ihr Vater in irgendeiner Form in den Tod der Frau verwickelt sein könnte. Doch dann stellt sie fest, dass dieser traurige Vorfall die Tür zu ihrer eigenen Vergangenheit aufstößt...

Um dieses dunkle Kapitel in der Vergangenheit dreht sich im Grunde das ganze Buch. Gifford, wie Connie ihren Vater fast durchgehend nennt, hat sich in den Alkohol geflüchtet, um mit dieser Vergangenheit fertig zu werden. Connie glaubt es liege am Verlust seines Museums vor all diesen Jahren und versucht das kleine bisschen, das ihrem Vater noch an Ruf geblieben ist, aufrecht zu erhalten, indem sie in seinem Namen die wenigen Aufträge erledigt, die noch ins Haus flattern. Doch nach einem vermeintlich abergläubischen Ritual taucht plötzlich die Leiche einer jungen Frau auf und Connie hegt den schrecklichen Verdacht, dass ihr Vater damit zu tun haben könnte.
Atmosphärisch und düster entführt Kate Mosse in die Welt des frühen 20. Jahrhunderts in England. Stürmisch, grau, regnerisch, förmlich, es ist alles dabei, was man sich für diese Zeit und für diesen Ort vorstellt. Anfangs war ich ein wenig besorgt, dass es auf die typische Geschichte historischer Romane hinaus läuft und der Titel, ganz ohne jetzt böse klingen zu wollen, auch "Die Tochter des Präparators" hätte heißen können. Aber obwohl natürlich auch der zarte Faden einer Liebesgeschichte nicht gefehlt hat, stand vor allen Dingen die Geschichte im Vordergrund. Es ging um Connies Vergangenheit, die Männer, die daran beteiligt waren und darum, sie nach all diesen Jahren aufzudecken.
Die Figuren haben mir sehr gefallen und sowohl mit Connie als auch mit Harry konnte ich mich gut identifizieren. Die behütet, aber auch abgeschottet aufgewachsene junge Frau, die sich um ihren alkoholkranken Vater kümmert und versucht dessen Ruf und ihrer beider Existenz aufrecht zu erhalten und der junge Maler, dessen Vater ihn als Buchhalter bei einem fürchterlichen Chef untergebracht hat, bloß weil sich das für den Sohn eines Arztes eher gehört als die Kunst. Beide waren mir unheimlich sympathisch. Weniger sympathisch, dafür aber für die Story genauso tragend, waren die Nebenfiguren, aus deren Sicht ebenfalls immer mal wieder eines der recht kurzen Kapitel erzählt wurde. Diese Erzählperspektive bot jede Menge Abwechslung und hat die Geschichte fast durchweg spannend gehalten.

"Der Kreis der Rabenvögel" wird als "Kate Mosses bestes Buch" beworben. Da es für mich der erste Roman dieser Autorin war kann ich dem weder zustimmen noch widersprechen, aber es war schon ein ziemlich gutes Buch. Vier Blümchen und damit definitiv eine Leseempfehlung von mir!


Aussehen: ♥♥♥♥♥
 Spannung: ♥♥♥♥
 Schlüssigkeit: ♥♥♥♥
 Emotionale Tiefe: ♥♥♥♥
 Schreibstil: ♥♥♥♥

[Zitat #56] Augustus (2)

Ich werde Dir, mein lieber Sextus, keinen meiner Vorträge halten, aber mit den Jahren scheint mir doch immer klarer zu werden, dass die "alten Tugenden", auf die der Römer so stolz zu sein behauptet und auf denen, wie er beteuert, die Größe des römischen Reiches ruht, dass also diese "Tugenden" wie Rang, Ruhm, Ehre, Pflicht und Frömmigkeit uns schlicht unserer Menschlichkeit beraubt haben.
Brief des Publius Ovidius Naso an Sextus Propertius, 10 v. Chr.
John Williams, “Augustus” (S. 337)

[Gemeinsam Lesen #95] AchtNacht

 veranstaltet von: Schlunzenbücher

Diese Woche bin ich endlich wieder da und habe mich auch endlich für eines der vielen Bücher entschieden, das ich jetzt mit euch teilen werde:

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?




"AchtNacht" von Sebastian Fitzek
Seite 122 (E-Book)

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
"Hier wohnst du?"

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, Zitat, was immer du willst!)
Was soll ich da groß sagen? :D Es ist Fitzek und eigentlich ist es viel mehr ein Wunder, dass ich das Buch nicht schon längst durchgelesen habe, aber durch den Wechsel zurück ins Kinder- und Jugendbuch lese ich im Moment sehr viele Kinderbücher, um da wieder auf dem aktuellen Stand zu sein. Die Idee des Buches finde ich allerdings unglaublich spannend. Allein die Frage, ob man selbst jemanden für eine solche Jagd nominieren würde, ist schon eine sehr tiefgehende Frage. Ich meine klar habe ich hin und wieder Leute, bei denen ich mir denke "Ahhhhhhh, dem würde ich am liebsten an die Gurgel springen!", aber ich glaube die Wenigsten davon würde man wirklich für diese AchtNacht nominieren.
Auch die Frage ob man selbst für eine Summe von 10 Millionen einen Mord begehen würde, lässt einen ganz sicher in die eigenen Abgründe blicken. Glaubt man wirklich, dass der Täter begnadigt wird und ihm keine Strafe droht für diesen Mord? Kann man einen vollkommen fremden Menschen umbringen? Ich muss sagen bei der Wirkung, die die Medien heutzutage auf viele Menschen haben, hätte ich tatsächlich Angst, dass viele auf eine solche Nachricht hereinfallen würden und ein Leben einfach beenden würden, um das Geld zu kassieren.
Letztlich finde ich die Einblicke der Person, die wirklich gejagt wird, auch sehr spannend und ich möchte zu gern wissen, wer Ben und Arezu nominiert hat und wieso!

4. Hat sich dein Lesegeschmack in den letzten Jahren verändert? Wenn ja, wie?
Ich glaube tatsächlich, dass ich inzwischen mehr Romane lese als noch vor einigen Jahren. Es gab eine Zeit, in der ich sehr viele historische Romane gelesen habe, was deutlich zurückgegangen ist. Vermutlich habe ich einfach nicht mehr die Zeit mich über so viele Seiten hinweg auf ein Buch zu konzentrieren, was ich sehr schade finde. Jetzt lese ich häufig das was aktuell neu erscheint und dann auch eher auf die Abteilungen bezogen, in denen ich mich auf der Arbeit bewege. Tragischer Weise lese ich tatsächlich fast ausschließlich noch Bücher, bei denen ich mich selbst frage, wem ich das empofehlen kann und für welchen Leser es geeignet ist. Viele Bücher sortiere ich aus meinem Regal wieder aus, weil wir sie nicht mehr im Laden stehen haben und sie somit aus Verkaufssicht uninteressant sind. Dadurch verschiebt sich der Inhalt meiner Regale auch sehr in Richtung Romane und rotiert sehr oft. Es gibt kaum noch Reihen, die ich wirklich weiter lese, weil ja meist der erste Band reicht, um eine Reihe empfehlen zu können. Eigentlich ist das wirklich traurig und erklärt vielleicht auch, wieso ich so häufig Löcher in meiner Aktivität habe. Ich sollte mir wirklich mal wieder viel mehr Zeit für das nehmen, worauf ich wirklich Lust habe.

Wie hat sich denn euer Lesegeschmack verändert, oder lest ihr immer noch genau das, was ihr auch vor einigen Jahren schon gelesen habt?

Einen schönen Abend noch




[Zitat #55] Augustus

Der Luxus dieser Bibliothek gehört zu den wenigen Annehmlichkeiten, die mir erlaubt wurden, und unter allem, was man mir hätte gewähren können, machte dieses Exil nichts so erträglich wie meine Bücher. Ich habe mich nämlich wieder jenen Studien zugewandt, die ich vor vielen Jahren aufgab, und es ist sehr wahrscheinlich, dass ich dies nur tat, weil man mich zur Einsamkeit verdammte; manchmal kann ich kaum fassen, dass die Welt mich zu strafen suchte und mir damit einen Dienst erwies, wie sie ihn sich gewiss kaum vorzustellen vermochte.
(Tagebuch von Augustus' Tochter Julia im Exil auf Pandateria, 4 n. Chr.)
("Augustus" von John Williams, Seite 243)

[Gemeinsam Lesen #94] Augustus

 veranstaltet von: Schlunzenbücher

Heute mal die Spätausgabe von "Gemeinsam Lesen" ;) Eigentlich wäre es Meggies Woche, aber sie hat es leider doch nicht geschafft, deswegen spring ich kurzerhand ein, auch wenn der Dienstag schon fast rum ist.

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?



"Augustus" von John Williams
Seite 120

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
Da ich wusste, dass unser Athenodorus lange in Rom oder in der Nähe der Stadt gelebt hatte, nutzte ich gestern Abend nach dem Essen die Gelegenheit, ihm ein paar Fragen zu stellen.

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, Zitat, was immer du willst!)
Da bin ich wieder mal auf eine "Neuanschaffung" in unserer Bibliothek reingefallen - es handelt sich um einen bereits 1971 (!) erschienen Roman über den römischen Kaiser Augustus, der seinen Werdegang und seine Geschichte in Form von Briefen, Memoiren und Chronikfragmenten seiner Freunde und Feinde erzählt, vom Tod seines Adoptivvaters Cäsar, den er beerbt hat, bis zum Herrscher über ein Weltreich.
Macht aber nix, bis jetzt finde ich es trotzdem ziemlich gelungen :) aber das liegt vielleicht auch an meiner Geschichts-Affinität. 

4. Hast du ein buchiges Herzensprojekt oder ein Lieblingsbuch für das du keine Gelegenheit verstreichen lässt um es präsent zu machen, weil du denkst dass jeder es kennen sollte? Erzähle uns davon!
Ein buchiges Herzensprojekt... na ja, im Grunde ist mein Arbeitsplatz mein buchiges Herzensprojekt, die Stadtbücherei hier in Bochum :) Ich gehör zu den elenden Idealisten, die da arbeiten weil sie es lieben. Wenn ich kann mach ich Werbung für Lesungen oder Veranstaltungen, die ich selbst toll finde (also nicht für restlos alles), und natürlich für die Mitgliedschaft an sich.
Aber mal ab von Bochum finde ich jede Bücherei unterstützenswert <3

Das war's schon für heute!
Liebe Grüße



[Buch] Terry Pratchett - Eine Insel




 Titel: Eine Insel
 Reihe: -
 Autor: Terry Pratchett
 Genre: Abenteuer
 Verlag: Goldmann (von mir in anderer Ausg. gel.)
 Seitenzahl: 445 Seiten
 Preis: 9,99€







"Das ist ein Trick!", sagte er, ohne nachzudenken. "Nicht so laut!", erwiderte Nawi und blickte sich zum Strand um. "Natürlich ist es ein Trick. Ein Kanu zu bauen ist ein Trick. Einen Speer zu werfen ist ein Trick. Das ganze Leben ist ein Trick, und du bekommst nur eine Chance, ihn zu lernen."

Mau ist dreizehn und unterzieht sich gerade der Prüfung, die ein jeder Junge seines Stammes ablegen muss, um endlich ein Mann zu werden. 30 Tage muss er alleine auf der Jungeninsel überleben, sich mit seinen bloßen Händen ein Kanu bauen und zu seiner Insel, zur Nation zurückkehren. Mau ist schon beinahe auf dem Heimweg, als eine riesige, zerstörerische Welle über die Inselgruppen hinweg geht. Er selbst überlebt nur mit Mühe. Als er zur Nation zurückkehrt ist jeder tot, den er je gekannt hat. Fortgespült vom Meer. Aber noch während er die Toten in einem Ritual dem Meer übergibt stellt er fest, dass er doch nicht so allein ist wie gedacht: Daphne, die Tochter eines englischen Adeligen, hat mit der Sweet Judy Schiffbruch erlitten und das gerade auf Maus Insel. Die beiden verstehen einander nicht, der "Wilde" und das "Hosenmenschenmädchen", aber nach und nach treffen andere Überlebende der umliegenden Inseln ein und Daphne und Mau sind für sie verantwortlich. Sie brauchen Schutz, sie brauchen Nahrung, sie brauchen Glauben. Doch die Natur ist bei Weitem nicht die einzige Bedrohung...

Anfangs war ich ein wenig skeptisch. Die Geschichte zweier Dreizehnjähriger auf einer einsamen Insel irgendwo mitten im Ozean, gestreckt auf so viele Seiten? Ob das gut geht?
Das tut es! Mir wurde "Eine Insel" oder "Nation", wie es im Original heißt, von einer Kollegin empfohlen, die langjähriger Pratchett-Fan ist. Ein guter Einstieg, um herauszufinden, ob mir Humor und Schreibstil liegen. Es erzählt die Geschichte zweier Kinder, die plötzlich erwachsen werden müssen. Maus Stamm glaubt, dass ein Junge seine Seele auf der Jungeninsel lässt und wenn er zurück kommt eine neue von den Göttern bekommt, die eines Mannes. Da die Welle ihn auf dem Heimweg überrascht hat und nun niemand mehr da ist, der das Ritual zu Ende bringen können, fürchtet Mau, dass er gar keine Seele mehr hat. Trotzdem ist er plötzlich der Häuptling für ein bunt zusammengewürfeltes Sammelsurium an Menschen, die jemanden brauchen, der sie führt. Jemanden, der sie beschützt. Daphne dagegen, die nach eigener Aussage von ihrer Großmutter im Leben nichts gelernt hat, was auch nur ansatzweise nützlich sein könnte ("Es müssen nur 138 Personen sterben, damit dein Vater König wird! Denk immer daran!"), soll plötzlich ein Kind auf die Welt holen, Bier für die Opferzeremonie der Götter brauen, Wunden und Krankheiten versorgen. Beide fühlen sich völlig überfordert, aber immer wenn sie glauben an ihre Grenzen zu stoßen entdecken sie, dass sie über sich hinaus wachsen können. Sie erkennen ihre Rolle, sie erkennen vor allen Dingen auch die Rolle des jeweils anderen für ihren losen Verband an Überlebenden, und sie unterstützen einander in dem Bestreben, nicht allein zu sein. Niemand will allein sein.
Sowohl Mau als auch Daphne sind dermaßen sympathische Protagonisten, wie ich es kaum erwartet hatte. Zwischendurch wäre ich am liebsten in das Buch hinein geklettert und hätte sie beide in den Arm genommen. Was am Anfang genau das war, was ich wollte - einen Einzelband von Pratchett lesen -, hat mich dann plötzlich sehr traurig gemacht. Ich hätte sie so gerne noch eine Weile behalten und begleitet. Aber nicht nur die beiden, sondern auch die Nebenfiguren hatten einen ganz eigenen Charme. Pilu und Milo zum Beispiel, die Brüder, die bereits einmal auf einem Hosenmenschenschiff gearbeitet haben und sich deshalb besonders weltgewandt fühlen. Cahle, Milos Frau, die alle anderen fest im Griff hat. Es hat für mich einfach alles gestimmt - inklusive des typischen (hab ich mir sagen lassen) Pratchett Humors.

Ich hätte glatt noch einen zweiten Band über Mau und Daphne gelesen, aber da ich mich mit diesem einen zufrieden geben muss gibt es für diesen fünf Blümchen! Meine Kollegin hatte völlig Recht, dieses Buch ist ein sehr guter Einstieg in Pratchetts Werke, auch wenn er nichts mit der berühmten Scheibenwelt zu tun hat. Wer also mal einen Blick riskieren möchte - unbedingt!


Aussehen: ♥♥♥♥♥
 Spannung: ♥♥♥♥
 Schlüssigkeit: ♥♥♥♥
 Emotionale Tiefe: ♥♥♥♥♥
 Schreibstil: ♥♥♥♥♥



[Gemeinsam Lesen #93] Ich habe eine Axt

 veranstaltet von: Schlunzenbücher

Guten Morgen!

Zurück aus dem Urlaub und direkt mitten rein in die Vorbereitungen für die schriftliche Abschlussprüfung kommende Woche. Aber wie das so ist, wenn man eigentlich wichtige andere Dinge zu tun hätte - plötzlich hat man übertrieben viel Lust zu lesen und gefühlt ALLES andere zu machen als das, was man eigentlich sollte.
Mal schauen ob ich das Buch heute noch durch bekomme, aber zuerst stelle ich es euch mal vor:

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?



"Ich habe eine Axt: Urlaub in den Misantropen" von Patrick Salmen
Seite 164

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
"Neulich waren wir in Paris, total irre", sagte Birte, "und danach in Korsika."

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, Zitat, was immer du willst!)
Nachdem mir "Genauer betrachtet sind Menschen auch nur Leute" von Patrick Salmen schon so gut gefallen hat, musste ich einfach auch bei diesem Buch zugreifen. Der gute Mann kommt ja aus meiner Geburtsstadt Wuppertal und hat mich seinerzeit mit einem Poetry Slam Video auf sich aufmerksam gemacht.
Das Buch ist super unterhaltsam, böse, schwarzhumorig, absurd und oh, hab ich böse erwähnt? Es trifft auf jeden Fall genau meinen Nerv und lässt sich angenehm zwischendurch lesen, da man keinen roten Faden verfolgen muss, sondern die Kapitel auch alle alleinstehend lesen kann :)

4. Planst du gemeinsam Lesen gerne vor oder beantwortest du die Fragen an dem Tag spontan?
Wer guckt wann meine Gemeinsam Lesen Posts veröffentlicht werden, kann davon ausgehen: das ist auch der Zeitpunkt, zu dem ich sie fertig gestellt habe. Heißt also ich beantworte die Fragen immer spontan! Ich linse auch meistens nicht vorher rein was die 4. Frage ist - was dann manchmal morgens früh zu ein bisschen Zeitnot führt, denn manche Fragen muss oder kann man ja durchaus ausführlicher beantworten. Aber das lass ich dann immer einfach auf mich zukommen und zur Not kommt der Post dann eben nicht morgens, sondern abends nach der Arbeit :)

Heute hab ich es allerdings mal wieder vorher geschafft :D wie sieht es bei euch so aus? Seid ihr die spontanen Typen oder plant ihr das lieber akribisch im Voraus?

Liebe Grüße



[Buch] Nina Sadowsky - Be my Girl




 Titel: Be my Girl
 Reihe: -
 Autor: Nina Sadowsky
 Genre: Psychothriller
 Verlag: Penguin
 Seitenzahl: 336 Seiten
 Preis: 13,00€








Vielen Dank an das Randomhouse Bloggerportal, den Penguin Verlag und seine Pressereferentin Laura Austen für dieses Rezensionsexemplar!

Als Rob und Ellie heiraten, kennen sie sich noch nicht wirklich lange, aber sie sind beide bis über beide Ohren verliebt. Alles scheint zu passen. Aber nur wenige Augenblicke nach dem Ja-Wort eröffnet Rob ihr seine schreckliche Vergangenheit. Zwielichtige Typen tauchen auf, die ihn und Ellie unter Druck setzen und regelrecht von ihrer eigenen Hochzeitsfeier kidnappen. Ellie soll etwas Unaussprechliches für diese Männer tun. Robs Leben steht auf dem Spiel. Doch plötzlich weiß sie sie gar nicht mehr, für wen sie das alles tut. Wer ist Rob eigentlich? Wieso hat er ihr nie in ausreichendem Maße vertraut? Und wie wird er es aufnehmen, wenn er erkennt, dass auch sie nicht ganz ehrlich zu ihm war...

"Wenn zwei sich lieben und beide lügen", so begann der Klappentext, der bei mir - das sag ich gleich vorweg - völlig falsche Erwartungen geweckt hat. Irgendwie drängte sich mir der Eindruck auf es handle sich um das Psychogramm einer Ehe, dass sich also der "Psycho Thriller"-Teil auf einer subtileren, zwischenmenschlichen Ebene abspielt. Die beiden entdecken die dunklen Seiten an dem Partner, den sie vor ihrer überstürzten Hochzeit noch mit rosaroter Brille auf einen Sockel gehoben haben.
Aber so ist das Buch nicht angelegt. Tatsächlich spielt sich der Thriller-Teil extern ab, es sind also Leute von außen, die Ellies und Robs Glück bedrohen, dafür aber nicht unerheblich. Die Geschichte beginnt mit einem Toten. Hat Ellie ihn getötet? Sehr wahrscheinlich. War es Notwehr oder kalte Berechnung? Nina Sadowsky führt geschickt in die Geschichte ein - sie wirft den Leser einfach mitten rein, was mich total neugierig gemacht hat. Erst nach und nach kristallisiert sich heraus, was wirklich geschehen ist und warum. Das Ganze bewegt sich auf zwei Zeitebenen, einmal in der Gegenwart, in der Ellie plötzlich mit einem Toten im Hotelzimmer da steht, und einmal in der Vergangenheit - ihrer und Robs Vergangenheit. Wie sie sich kennen gelernt haben. Was vor Rob war. Umgekehrt genauso, man bekommt immer wieder kleine Einblicke auch in Robs früheres Leben.
Die Kapitel waren angenehm kurz, es ließ sich super immer mal wieder ein Stück zwischendurch lesen, aber die Charaktere sind für mich eher flach geblieben. Ich hab mich weder in Rob noch in Ellie richtig einfühlen können und auch wenn die Handlung ganz spannend war, kam sie mir an einigen Ecken und Kanten doch ein wenig konstruiert vor. Denn ganz nebenbei geht es auch noch um entführte kleine Jungen, damit auf jeden Fall auch noch ein Ermittler auf den Plan treten kann.

Alles in allem eine unterhaltsame und auch spannende Geschichte, die aber nicht unbedingt vom Hocker reißt. Drei Blümchen insgesamt, aber definitiv volle Punktzahl für das Cover, das zu den schönsten von Thrillern gehört, die ich je in der Hand hatte.


Aussehen: ♥♥♥♥♥
 Spannung: ♥♥♥
 Schlüssigkeit: ♥♥♥
 Emotionale Tiefe: ♥♥♥
 Schreibstil: ♥♥♥♥

[TTT] Top Ten Thursday - Buchtitel mit H


 veranstaltet von: Steffies Bücher Bloggeria

Hallo zusammen,

nachdem schon so lang nichts mehr von mir zu hören war und ich es neben Essen gehen und arbeiten auch am Dienstag mal wieder nicht geschafft habe Gemeinsam Lesen zu schreiben, dachte ich mir hole ich einfach eine alte Aktion aus der Versenkung zurück, an der Ivy und ich früher teilgenommen haben. Den Top Ten Thursday. 

Buchtitel mit H



Halbes Leben | Mats Strandberg
Hello Kitty muss sterben | Angela S. Choi
Herr der Diebe | Cornelia Funke
Hinter den Fassaden von Versailles | William Ritchey Newton
Hope Forever | Colleen Hoover
Habsburgs vergessene Kinder | Thea Leitner
Holmes & Ich. Die Morde von Sherringford | Brittany Cavallaro
Henriette und der Traumdieb | Akram El-Bahay
Hallo Leben, hörst du mich | Jack Cheng
Hier stehe ich, ich kann nicht anders | Helge Hesse

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Das sind doch tatsächlich alles Bücher, die ich entweder im Regal oder zumindest in meinem virtuellen Regal auf dem Tolino gefunden habe. Gelesen habe ich davon allerdings noch nicht alle Bücher. Herr der Diebe habe ich irgendwann für die Schule gelesen und dann natürlich auch die Verfilmung gesehen. Das fühlt sich an als wäre es schon gut ein Jahrzehnt her.
Hinter den Fassaden von Versailles habe ich gekauft, um einige Kapitel für meine Bachelorarbeit zu verwenden. Die habe ich entsprechend auch gelesen, den Rest des Buches noch nicht.
Hope Forever war so ein typischer Fall von "Ich muss dieses Buch unbedingt jetzt sofort haben". Seitdem steht es in meinem Regal und wartet darauf, dass ich es unbedingt auch ganz sofort lesen muss :D
Habsburgs vergessene Kinder ist ebenfalls ein Buch, das ich für meine Bachelorarbeit genutzt habe. Es ist auch quasi nur ein Platzhalter für die kompletten Habsburg-Bücher von Thea Leitner, die sich inzwischen alle sehr hübsch in meinem Regal machen.
Hallo Leben, hörst du mich lese ich im Augenblick. Es wurde mir von einer Kollegin sehr ans Herz gelegt und bisher gefällt mir die Idee wirklich sehr gut, auch wenn es mir noch etwas viel Gerede von Raketen und Raumfahrt ist. Da ich aber weiß, dass sich das innerhalb des Buches legen wird, halte ich tapfer durch.

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Ich hoffe euch hat der kurze Ausflug in mein Bücherregal gefallen und vielleicht habt ihr ja noch die ein oder andere Anregung an lesenswerten Büchern bekommen.
Nächste Woche geht es um Cover, auf denen ein Gesicht zu sehen ist. Da bin ich schon wirklich gespannt, was zusammen kommen wird. Mir fallen spontan nämlich nur eine ganze Menge Bücher ein, bei denen genau der Kopf fehlt.

Liebe Grüße

[Zitat #54] Der Kreis der Rabenvögel

Die Taxidermie galt als für Frauen ungeeignetes Handwerk, doch Gifford hatte sich insgeheim über die Tradition hinweggesetzt und seine Fähigkeiten an sie weitergegeben. Nicht nur das fürs Aufschneiden und Ausstopfen erforderliche Geschick, sondern auch seine Liebe und Begeisterung für den Beruf. Den Glauben, dass es im Tod Schönheit zu entdecken gab. Den Glauben, dass der Akt der Konservierung eine neue Form des Lebens verhieß. Unsterblich, vollkommen und strahlend angesichts einer sich wandelnden und vergehenden Welt.
("Der Kreis der Rabenvögel" von Kate Mosse, Seite 19/20)

[Geblubber] Wenn man einfach mal so die besten Kollegen hat...

Hallo ihr Lieben! :)

Ich muss euch heute ganz unbedingt erzählen, was mich gestern für eine Überraschung auf meinem Schreibtisch erwartet hat. Aber fangen wir vorne an.
Wie ihr vielleicht noch wisst bin ich ja im allerletzten Ausbildungsabschnitt (oh Gott, in 2 Wochen ist schriftliche Abschlussprüfung, Hilfe!) in der Kinder- und Jugendbücherei. Dort bin ich seit Februar eingesetzt und war ganz positiv überrascht von der Arbeit dort - ich hab mir das viel schlimmer vorgestellt, besonders im Hinblick auf die Kinder.

In dieser Abteilung hab ich jedenfalls eine Kollegin endlich mal besser kennen gelernt, mit der mich doch eine Menge verbindet. Zitate:

"Halb neun ist nicht meine Uhrzeit."

"Ich hasse Menschen."

"Wissen Sie, woran ich bei Frau O.s Ausweisnummer XXXX1066 immer denken muss?"
"William den Eroberer?"
"JA!"

Diese Kollegin ist langjähriges Mitglied im Terry Pratchett Fanclub und da mein Freund auch ganz begeistert von dem Mann ist, hab ich mir endlich einen Ruck gegeben und gesagt: "Welches Buch würden Sie mir denn zum Einsteigen empfehlen?"
Ihre Empfehlung war "Eine Insel", was ich ja erst kürzlich beendet und sehr geliebt habe <3 Da ich heute meinen letzten Arbeitstag in der Abteilung hatte, dazu jetzt erst Urlaub und dann im Anschluss Prüfungsurlaub habe, lag da plötzlich ganz unerwartet eine kleine Überraschung auf meinem Tisch:


Schöne Ferien? Na die werd ich jetzt auf jeden Fall haben! :3
In diesem Sinne wünsche ich euch auch schon mal frohe Ostern, denn ich bin ab morgen früh eine Woche in Bayern unterwegs, werde sicher einiges lesen, aber keine Zeit zum Bloggen haben. Genießt die Feiertage also auf jeden Fall!

Liebe Grüße


[Zitat #53] Eine Insel

"Wir können nicht stärker sein als das Empire", sagte er. "Aber wir können etwas sein, was das Empire niemals wagen würde. Wir können schwach sein. Das Geistermädchen hat mir von einem Mann namens Ei-sack Nju-ten erzählt. Er war kein Krieger, und er hatte keinen Speer, aber in seinem Kopf kreisten die Sonne und der Mond, und er stand auf den Schultern von Giganten. Der König zu jener Zeit erwies ihm große Ehre, weil er die Geheimnisse des Himmels kannte. Und ich habe eine Idee."
("Eine Insel" von Terry Pratchett, Seite 407)

[Gemeinsam Lesen #92] Elke

 veranstaltet von: Schlunzenbücher

Guten Morgen!

Heute stelle ich euch tatsächlich mal ein Kinderbuch vor :) Da ich ja zur Zeit in der Kinder- und Jugendbücherei eingesetzt bin, komme ich nicht völlig an Kinderliteratur vorbei. Die Bilderbücher zähle ich nirgendwo auf, aber "Elke" hat schon ein bisschen mehr Inhalt und der ist gar nicht so unkompliziert. Ich stell euch das Buch einfach mal vor:

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?


"Elke" von Christian Duda
Seite 70

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
Der Schnee kam früh in diesem Winter.

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, Zitat, was immer du willst!)
Kasimir ist fünf. Seine Mutter starb bei seiner Geburt und sein alleinerziehender Vater ist leicht überfordert damit, den Lebensunterhalt zu verdienen und sich gleichzeitig um seinen Sohn zu kümmern. Kasimir darf also morgens allein die Straße hinunter zum Kindergarten gehen. Dabei wird er eines Morgens beinahe von Elke und ihrem Kuchenblech über den Haufen gerannt. Sie bringt Zupfkuchen zu Uwe ins Café und lädt Kasimir ein, ihr auf ein Stück Kuchen Gesellschaft zu leisten.
Von da an treffen sich die beiden ungleichen Freunde jeden Tag in Uwes Café, das sich nach und nach mit immer mehr Gästen füllt, weil es jetzt nicht nur Kaffee und Kuchen, sondern auch Geselligkeit dort zu finden gibt.

Was so leicht klingt, hat doch viel mehr Inhalt als man annehmen möchte. Der frühe Verlust von Kasimirs Mutter, die Schwierigkeiten, die sein Vater dabei hat sich alleine um Kind und Lebensunterhalt zu kümmern. Elke ist außerdem Betreuerin in einer Wohngruppe für Kinder und Jugendliche, die aus ihren Familien geholt werden mussten. Gleichzeitig erfährt man direkt zu Beginn des Buches: Elke lebt nicht mehr.
Für gerade einmal knapp 160 Seiten Kinderbuch finde ich werden hier ganz schön viele schwierige Themen aufgegriffen - und ich bin gespannt wie Christian Duda sie alle zusammenführt :)

4. Auf welche Neuerscheinung/en 2017 freust du dich besonders?
Ich bin eigentlich gar nicht so sehr jemand, der alle Neuerscheinungen schon im Voraus durchwühlt und sich dann einen Plan macht, was wann gekauft oder gelesen wird. Ich nehme in meiner Bücherei einfach die Bücher mit, die mich anlachen :) auch von den Neuerscheinungen. Meistens weiß ich also erst, dass es ein Buch gibt, wenn es mir in den Schoß fällt oder ich bei einem von euch irgendetwas darüber lese.

Dieses Jahr gibt es aber tatsächlich zwei Neuerscheinungen, auf die ich mich sehr freue. Ich zeig sie euch:


"Das Schwert von Emberlain" von Scott Lynch

Darauf warten wir schon seit letztes Jahr März, aber Mr. Lynch macht uns den George R. R. Martin und verschiebt uns seitdem immer wieder ein Stückchen nach hinten. Aktuell ist das Erscheinen der deutschen Ausgabe auf den 14. August datiert, so weit ich weiß ist aber noch nicht mal die englische Originalausgabe erschienen. Ich würde mich also nicht wundern, wenn ich Locke Lamora noch mit nach 2018 schleppe.


"Alex & Eliza - A Love Story" von Melissa de la Cruz

Das klingt ja erstmal total untypisch für mich. Und es sieht auch untypisch für mich aus, wenn wir ehrlich sind. Aber "Alex & Eliza" beschäftigt sich mit dem Gründervater Alexander Hamilton und seiner Frau Elizabeth Schuyler - und seit das Hamilton Musical von Lin-Manuel Miranda mein Leben frisst, führt einfach kein Weg daran vorbei <3 Das Buch kommt auf Englisch am 11. April raus und ist bereits vorbestellt!

Worauf wartet ihr denn ganz sehnsüchtig? Ich bin gespannt auf eure Beiträge!

Liebe Grüße



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